Freistaat Bayern durch die Revolution 1918

Frägt man heute einen einfachen CSUler/eine CSUlerin danach, woher eigentlich die Bezeichnung Freistaat Bayern statt Bundesland Bayern kommt, gibt`s in der Regel die Antwort: Ja vermutlich von der CSU 1946. Bayern san jo mir, oder?
Tatsächlich stammt diese Bezeichnung vom Beginn der ArbeiterInnenrevolution am 8. November 1918 in München, genauer vom Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat unter Leitung von Kurt Eisner (USPD) und dessen Revolutionsdeklaration, veröffentlicht beispielsweise in den bürgerlich-konservativen "Münchner Neuesten Nachrichten" vom 8. November 1918.
Das Stadtmuseum München zeigt derzeit eine informative und gut illustrierte Ausstellung zum Leben und Wirken von Kurt Eisner, dem Revolutions- und 1. Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern von 1918/19 bis zu dessen Ermordung im Februar 1919.
Gleichzeitig laufen auf Landesebene bereits die Vorbereitungen durch CSU und SPD, im November 2018 beim 100-jährigen Jubiläum der Revolution von 1918 möchlichst wenig von der Revolution, aber um so mehr über den Freistaat berichten zu wollen. Die übliche Verleugnung und Vereinnahmung eben.
Ergänzt wird die derzeitige (linke) Münchner Eisner-Ausstellung im Stadtmuseum noch bis 16. Juli 2017 durch die hoch aktuelle Ausstellung ebenfalls im Stadtmuseum "No secrets - Bilder der Überwachung". In ihr werden auch Ähnlichkeiten zwischen dem Mord an Eisner 1919 und den NSU-Morden nach dem Jahre 2000 aufgezeigt.
Beide Ausstellungen kann man nur empfehlen.Rund vier Wochen vor seiner Ermordung sprach Kurt Eisner noch in Lindau auf einer sehr gut besuchten Veranstaltung.

Bayerns erster Ministerpräsident Kurt Eisner sprach vor seiner Ermordung 1919 auch in Lindau

Charly Schweizer